Fallen der Baufinanzierung

 

Liebe Bauherren und Bauinteressierte,

aus gutem Grund liegt das Eigenheim voll im Trend! Bei niedrigen Zinsen und hohen Risiken für alternative Geldanlagen haben die eigenen vier Wände auch noch den letzten Anschein von Spießigkeit verloren. Sicherheit, Langfristigkeit und gleichzeitige Altersvorsorge sind den Deutschen wichtig – keine andere Anlagemöglichkeit vereint diese Anforderungen so gut wie das in der Vergangenheit oft etwas spöttisch betrachtete Betongold, Eigennutzung vorausgesetzt. Junge Familien wollen nicht nur maximale Mobilität, sondern auch die eigenen vier Wände. Denn die bringen nicht nur Sicherheit, sondern auch Lebensqualität und Unabhängigkeit in allen Lebensphasen.

Damit Sie die gängigen Stolperfallen bei der Baufinanzierung auslassen können und sich bei den Kaufnebenkosten nicht verkalkulieren – gehe ich noch einmal auf wichtige Eckpunkte einer optimalen Baufinanzierung ein.

Hier neun Stolperfallen, in die kein Bauherr bei der Finanzierung des Eigenheims tappen sollte:

1. Ihre Persönlichkeit! Nicht die Bausumme entscheidet beim Bank“berater“ über das Zinslevel, sondern sein Eindruck über Sie, wie effektiv Sie Ihr Ziel erreichen könnten. Der Kompetenzbereich eines Bearbeiters für eine Zinsspanne ist geringer als der einer Führungskraft.

2. Eigenkapital: Je mehr, desto besser! Jeder Euro, den sich die Bauherren leihen, verteuert die Baufinanzierung. Als Richtwert gilt, mindestens ein Viertel der Gesamtkosten sollten aus Eigenmitteln (Barvermögen, nutzbare Guthaben auf Sparbuch, Geldmarktkonto oder Bausparvertrag) kommen.

3. Kreditbedarf: Genaue Kalkulation spart bares Geld!
Wird der Kreditbedarf unterschätzt, ist eine teure Nachfinanzierung nötig. Setzt man ihn zu hoch an, verlangen Banken eine Nichtabnahmeentschädigung auf die nicht ausgezahlte Kreditsumme. Also den Kreditbedarf für die Baufinanzierung so genau wie möglich kalkulieren.

4. Nominalzins und Effektivzins: Nicht verwechseln! Beim Vergleich von Angeboten zur Baufinanzierung ist nur der Effektivzins wirklich aussagekräftig, weil er auch Extrakosten wie beispielsweise Kontoführungs- und Darlehensgebühren beinhaltet.

5. Eigenleistung: Muskelhypothek realistisch kalkulieren!
Eigenleistung senkt die Kosten. Doch viele Bauherren überschätzen die Einsparmöglichkeiten, ihre Fähigkeiten und die verfügbare Zeit. Das kann teurer werden.

6. Belastung durch Baufinanzierung: Notreserve einplanen! Während die Baufinanzierung läuft, setzen andere Kosten nicht aus. Auch unvorhergesehene Ausgaben, wie etwa eine größere Autoreparatur, müssen problemlos bezahlbar bleiben. Ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsgehältern sichert Bauherren ab.

7. Tilgung: Zeit ist Geld! Spätestens bei Renteneintritt sollte das Eigenheim schuldenfrei sein. Bauherren sollten die derzeitige Niedrigzinsphase für eine langfristige Zinsbindung und eine Tilgung von mindestens zwei Prozent nutzen. Denn: Je geringer die Tilgung, desto länger dauert es. Und je länger die Laufzeit eines Kredits, desto höher sind die Gesamtkosten der Finanzierung. Außerdem sollten Bauherren mit der Bank ein Recht auf kostenfreie Sondertilgungen aushandeln.

8. Nebenkosten: Sicher keine Nebensache!
Die Nebenkosten beim Hausbau können sich auf bis zu 15 Prozent des Kaufpreises summieren – für Notar und Grundbucheintrag, die Grunderwerbsteuer, Erschließungskosten für das Grundstück und Maklergebühren.

9. Laufende Kosten: Richtig vorsorgen! Als zukünftige Hausbesitzer sollten Bauherren rechtzeitig Rücklagen für Renovierungen bilden, etwa mit einem Bausparvertrag. Faustregel: Die Bausparsumme sollte 15 Prozent des Verkehrswertes der Immobilie betragen.

(Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall AG)

Zum Schluß:

1. 3 Prozent ersparter Zinsen sollten nach Möglichkeit als Tilgung genutzt werden.

2. Eine angebotene Vereinbarung zur Ratenzahlungsaussetzung klingt gut, ist aber teuer. Sie nutzt vor allem der Bank durch verlängerte Zinszahlungen.

2 Gedanken zu “Fallen der Baufinanzierung

    • Vielen Dank für die „Blumen“. Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen, neben vielen Vorteilen der Niedrigzinsphase auch auf reale Gefahren hinzuweisen. Billiges Geld verleitet schnell zu Leichtsinn, der sich in einer folgenden Hochzinsphase bitter rächen kann.

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