Quo Vadis Deutschland

Wohin und wenn ja, Warum?

Unpopuläre Finanzmarktentscheidungen des herrschenden, globalen Geld-und Machtsystems stehen im krassen Gegensatz zum aktuellen Machterhalt im Superwahljahr 2013. Wie raus aus diesem Dilemma?
Der CDU Parteitag (03.−05.12.2012 in Hannover) findet darauf auch keine Antwort. Die CDU sucht nach dem Lebensstil der Zukunft, sucht händeringend nach Anschluss an moderne Zeitgeistströmungen.

Den anderen Parteien geht es übrigens nicht anders. Ausnahmslos alle Parteien haben es versäumt, ihrer Politik eine Vision vom zukünftigen Leben zu geben. Die CDU wüsste gerne viel mehr über die Lebensstile der Menschen in den kommenden Jahren, (die anderen Parteien auch), sagen sie.

Aber Erstens reichlich spät und Zweitens, den allgemeinen Unwillen besänftigend, einfach verlogen. Tatsächlich sind alle Parteien nur machterhaltende Instrumente des herrschenden Geld-Systems. Das herrschende Geld-System hat aber definitiv keine Perspektive (grenzenloses Wachstum in einer endlichen Umwelt), folglich natürlich auch die systemtragenden Parteien nicht. Woher auch, auch wenn sie so tun, als ob!

Im Film „Feuerzangenbowle, Physikunterricht“ stellt Lehrer Prüml die Frage: „Wat is a Dampfmaschin? Da stelle mer uns mal janz dumm. Ä Dampfmaschine,- dat is a großer schwarzer Raum.“

Jetzt soll „imagemäßig nachgebessert werden“, wie es so schön heißt. Da stellen wir uns mal ganz dumm…aber Zukunftspolitik ist keine Dampfmaschine. Und Lebensstile, das klingt manchmal so unverbindlich nach „Trendy“, nach „Hippster“ und „Lifestyle“ oder „cool“. Aber wenn wir Lebensstile erforschen, dann ist das eine wissenschaftliche Analyse, in der wir Wertetrends und menschliches Verhalten mit den großen gesellschaftlichen und ökonomischen Gesetzen konfrontieren. Heraus kommen dabei Lebensstile, die Hinweise darauf geben, wie wir als Menschen morgen leben müssen/werden.

Dabei können nicht Geld, Macht, Profit, Produkte, Konsum oder grenzenloses Wachstum im Mittelpunkt stehen. Diese Kategorien haben uns seit 2000 Jahren in die jetzt aktuell drohende Ausweglosigkeit geführt.

Der Mensch hat sich als gesellschaftliches Wesen die Welt erobert. Gemeinsinn, gegenseitige Hilfe bei der Fortentwicklung und Geborgenheit waren die Eckpfeiler seiner Existenz, seines Überlebens.

Selbst Gehirnforscher (Prof. Gerald Hüther) weisen wissenschaftlich diesen Zusammenhang biologisch nach. Die vorgeburtlichen Erfahrungen von Geborgenheit und Wachstum, sowie nachgeburtlich von Geborgenheit, Sinn und Wachstum in Freiheit bilden die effektive Grundlage unseres Seins und sich entwickelnder Existenz vom Ich zum Wir.

Das etablierte Schulsystem erst ist das Machtinstrument, den Heranwachsenden im Sinne der vorgenannten Kategorien zu deformieren und „stromlinienförmig“ zu machen. Die Spaltung der Gesellschaft in Fleißig (bei Arm ist e nichts mehr zu holen) und Reich und deren Untauglichkeit für die Zukunft menschlicher Existenz wird immer offensichtlicher.

Lebensstile sind also nicht „nice to have“, keine netten Nebensächlichkeiten.
In der aktuellen Lebensstil-Matrix sind die Wünsche, Werte und Sehnsüchte der Menschen über das Jahr 2020 hinaus ausführlich kartografiert. Wer mit den Begriffen Schwierigkeiten hat, möchte sie bitte googlen.

Dabei stellt sich heraus, die Lebensbedingungen des Menschen sind ein sich selbst regelndes, kybernethisches System. Das gilt selbstverständlich auch für ökonomische Prozesse. Deren zwanghafte Vergewaltigung dagegen, zum Vorteil Weniger, führt unweigerlich zum Untergang der Menschheit und seiner Umwelt.

P.S.
In Karlsruhe ging gerade der CDU-Spitzenkandidat bei den Oberbürgermeisterwahlen sang- und klanglos unter. Die SPD rutscht mangels Alternativen ins Amt hinein. Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren kein CDUler mehr an der Spitze. Karlsruhe ist das, was man eine moderne Wissensstadt nennt. Die Lebensstile der jungen Menschen orientieren sich schon längst nicht mehr an der visionslosen Politik. Sie bauen ihr Leben um Gravitationszentren wie Urbanität und neue Technologien. In diesen Lebenstilkonzepten haben Parteien als Teil des noch herrschenden Machtsystems vorläufig keinen Platz mehr.

Der SPD-Parteitag gestern und heute hat auch nur die eigene Macht im Kopf. Nur heiße Luft, was eine Gesellschaftsvision anbelangt. Steinbrück steht auch dem warscheinlichsten Wahlausgang, der großen Koalition, nicht zur Verfügung. Persönlich ein kluger Schachzug. Danach kann er weiter „scheffeln“.

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