Lügenpresse

Die »Lügenpresse« und der inszenierte Trauermarsch der Staats- und Regierungschefs in Paris (Torben Grombery)

Erst kürzlich haben uns die Zeitungsverleger in Deutschland in einem öffentlichen Aufruf vereint mitgeteilt, dass sie die Presse- und Meinungsfreiheit auch gegen die »perfide Propaganda der PEGIDA-Anführer und den üblen Vorwurf der Lügenpresse« stets aufs Neue verteidigen müssen. Kurz darauf haben uns genau diese Verantwortlichen des Mainstreams auf allen verfügbaren Kanälen den Trauermarsch der Staats- und Regierungschefs in Paris als einzigartige Sensation präsentiert, der sich wenig später als inszenierte Schein-Demo abseits der Millionen für die Kameras und das blöde Volk entpuppte.

Schauplatz: Sonntag, 11.Januar 2015, Paris
Staats- und Regierungschefs inszenieren einen Trauermarsch für die Kameras genau der Presse,die sich in Deutschlandaktuell vehement gegen den Vorwurf der Lügenpresse“ zur Wehr setzt…

Nicht nur
Die ›Tagesschau‹ hatte den Eindruck erweckt, Staatschefs seien an vorderster Front mitmarschiert, was nicht der Fall war. taz-Chefin Ines Pohl setzte den Umgang mit Bildern in dem Fall in Beziehung mit dem Unwort von der ›Lügenpresse‹.«

Neben dem Vorwurf der Manipulation und Propaganda festigt sich der Verdacht einer bewußten Ideologisierung, die wir aus Zeiten der DDR überwunden glaubten. Ziele damals waren einzig und ausschließlich „Verdummung und Machterhalt“, – und heute?

Anstatt den Begriff »Lügenpresse« zum Unwort des Jahres zu küren (ein Skandal für sich – im ehemaligen Land der Dichter und Denker), sollten die Verantwortlichen vielleicht darüber nachdenken, daraus das Wort des Jahres zu machen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *