Bundestagswahl 2013

Krisenländer ohne Sparfortschritte – Schulden steigen
von Henrik Voigt, Chefredakteur Dax Profits

Lieber Herr Wiemer,
bis zur Bundestagswahl werde ich das Thema Eurokrise nicht aus den Augen lassen. Denn glauben Sie mir: diese Krise ist noch nicht einmal ansatzweise gelöst. Im Gegenteil: dadurch, dass die Politik fünf Jahre lang einen Irrweg beschritten hat, der die Probleme nur noch verschlimmert (alte Schulden werden mit neuen, noch höheren Schulden überdeckt), wird uns das Thema nach der Bundestagswahl ganz schnell wieder einholen.
Unbeliebte Wahrheiten werden a
ufgedeckt
Somit werden unbeliebte Wahrheiten und deren Folgen für Sie bald ans Licht kommen. Etwa diese hier: die bereits mehrfach gelockerten Sparvorgaben für die fünf Euro-Krisenländer konnten dennoch nicht erfüllt werden. Diese Staaten hinken den Sparvorgaben weit hinterher. In Italien sehen wir sogar eine dramatische Verschlechterung der Schuldensituation. Italien will mehr Schulden machen – statt der ursprünglich geplanten 80 Milliarden Euro jetzt 98 Milliarden in Form von Staatsanleihen bis Jahresende. Aber die Hütte brennt nicht nur beim Staat, auch bei den Banken. Bei den italienischen Geschäftsbanken ist nämlich das Volumen der faulen Kredite im Juli um 22,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen nach einem Plus von bereits 21,9 Prozent im Vormonat.

Die Krisenländer werden durch Überbrückungskredite und Ausgabenkürzungen nicht wettbewerbsfähig. Griechenland und Portugal benötigen sogar frisches Geld in Gestalt neuer Hilfsprogramme zur Abwendung einer unmittelbaren Staatspleite. Die Ausleihungen der portugiesischen Banken bei der EZB sind im August auf 51,57 Milliarden Euro (Juli: 50,15 Milliarden Euro) gestiegen. Portugal will nun für 2014 ein höheres Defizitziel von 4,5 Prozent des BIP (statt 4,0 Prozent) vereinbaren. Nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Luc Coene wird Griechenland auf jeden Fall ein drittes, möglicherweise sogar noch ein viertes Hilfspaket benötigen. Meiner Ansicht nach auch ein achtundzwanzigstes. Irland braucht eine neue, eher vorsorgliche Kreditlinie quasi als Garantie zur Rückkehr an den Kapitalmarkt. Spaniens Schuldenquote steigt im zweiten Quartal auf 92,2 Prozent (Q1: 90,1 Prozent) des BIP. Damit wird das Jahresendziel bei 91,4 Prozent bereits übertroffen, obwohl das Jahr erst zur Hälfte vorüber ist.
Sonderreport Euro-Krise
Das Scheitern der Euro-Retter müsste eigentlich jedem halbwegs wirtschaftlich interessiertem Bürger angesichts dieser Zahlen offensichtlich sein. Dennoch liegen die pro-Euro-Blockparteien mit etwa 85 % in den Wahlumfragen vorn. Vielleicht kann ich das mit meinen Informationen wenigstens ein bisschen ändern.

Wie? – nun ganz einfach!, kurz innehalten und nachdenken!
1. Wer hat denn im Bundestag im Juni 2012 als einzige Partei gegen den ESM gestimmt? – Die Linke!
2. Wer hat denn alle warnenden Euro-prognosen der Fachleute in den Wind geschlagen? – CDU, FDP, SPD, Grüne!
3. Wer hat die Mittel aus dem ESM erhalten, wer hat sich vollgesaugt mit EZB-Krediten zu 1% und sie weiter gereicht zu 7%? – überwiegend deutsche und französische Banken!
4. Wer hat die Banken als zu groß für eine Pleite (big to fail) erklärt? – CDU und SPD!
5. Wer hat die Medien angewiesen, vor der Wahl 2013 keine EURO-Probleme anzusprechen? – CDU, FDP, mit Unterstützung von SPD und Grüne!
6. Wer wird nach dem absehbaren Zusammenbruch besonders bluten müssen, Zypern hat es schon gezeigt? – der fleißige Mittelstand! Ganz nebenbei werden die Armen auch noch ärmer.
7. Wer zahlt die Zeche letztendlich, nach der Wahl ?95% von „wir alle“!

Die Umverteilung von Arm nach Reich ist längst überholt, jetzt erfolgt die Umverteilung von Fleißig nach Reich.
100-te Mrd. Euro für den ESM werden im Bundestag über Nacht beschlossen.
Für 5 Euro mehr Rente oder Hartz4 brauchen unsere „Volksvertreter“ zwei Jahre. Ein würdevoller Mindestlohn? –
Fehlanzeige seit Jahren!
Soll das etwa so weiter gehen? Ohne unser „STOP“ wird es noch schlimmer werden. Wir sind doch eigentlich die Mehrheit!, oder?
Sie haben am 22.September die Wahl!
Und bitte, hinterher nicht Jammern, Sie haben es gewußt!

Uwe Wiemer

 

 

 

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