„Betongold“

 

Viele Banken werben aktuell mit historisch niedrigen Zinsen – nie sei die Zeit, ein eigenes Häuschen zu finanzieren, besser als jetzt. In den Ohren von Otto Normalverbraucher klingt das höchst verlockend, sind ihm und seiner Gattin die gemieteten vier Wände doch schon lange viel zu eng und die Miete zu teuer.

Nur einer sieht trotz aller lockenden Kreditangebote die drohende Schuldenklippe: Zwegat ist sein Name, Peter Zwegat, Schuldnerberater von RTL mit einem Vierteljahrhundert Berufserfahrung auf dem Buckel. Seine Mission in «Raus aus den Schulden» ist es diesmal nicht, bis zum Scheitel verschuldete Existenzen wieder aufzupäppeln, sondern Träume vom Eigenheim realistisch gerade zurücken und Schuldengefahren aufzudecken, bevor sie Wirklichkeit werden.

Tausche Miete gegen Eigenheim

In so mancher Bankenwerbung heißt es, dass Miete zahlen rückschrittlich ist und sich in drei Jahrzehnten gut und gerne Mietkosten von 300.000 Euro summieren. Manch einer mag denken, «Mit so einem Batzen Geld kann ich mir gleich ein eigenes Haus (Betongold) kaufen und bin nach 30 Jahren fein raus.»

Der Zinsvorteil ist richtig. Aber richtig ist auch, daß die Preise für Baustoffe, Handwerkerleistungen, Energie u.a. entsprechend steigen. Wer eventuelle Preissenkungen einplant, ist nicht von dieser Welt.

Wer meint, die monatlichen Kreditraten locker wuppen zu können, hat meistens nicht die Zinsen dazugerechnet – und schwupps kostet das Abzahlen des Immobilienkredites doppelt so viel, wie bisher für die Wohnungsmiete fällig war. Und die Risiken sind längst nicht verpufft, wenn erstmal ein Kredit aufgenommen ist: Was, wenn nach 10 oder 20 Jahren Zinsen steigen? Was, wenn noch ein Kind kommt oder die Beziehung zerbricht? Wenig verwunderlich ist es da, dass so mancher Traum von Eigenheim in Verschuldung und Zwangsversteigerung endet.

Zinsen, z.B.
unter Annahme des unwarscheinlichen Falles gleicher Zinsen über 30 Jahre. Der Durchschnittzins über 60 Jahre liegt in der BRD bei 8,0%, also mehr als das Dreifache!


Kind

Ein Kind ist etwas schönes, aber es kostet faktisch Kapital.

1. Verdienstausfall der Eltern für Kindbetreuung, meist der Mutter für 3 Jahre, ca 50000 bis 90000 €

2. Kindskosten summieren sich in 20 Jahren auf ca. 50000 €, die dem Kapitaldienst entzogen sind,


Beziehung

Die mentale Belastung des Hausbaues wird oft unterschätzt. Deshalb spreche ich bei meiner Beratung nicht von beziehung, sondern noch schonend verschleiernd vom Erhalt sozialer Kontakte.

Bei der Trennung einer Beziehung zieht ein Elternteil aus. Dessen Interesse am Kapitaldienst strebt gegen Null. Damit fällt ein eingeplanter Anteil am Kapitaldienst weg, der i.d.R. 40 bis 60% ausmacht.

Der „worst case“ tritt in der Regel nach 5 Jahren ab Baubeginn ein. Dann liegen noch mind. 25 Jahre Kapitaldienst vor dem Verpflichteten.
Bei all diesen Eventualitäten sind einhergehende Nerven- und Gesundheitsbelastungen nicht eimal erwähnt. „Gesundheit ist alles, ohne Gesundheit ist alles nichts!“ Als junger Mensch denkt man daran zuletzt. Aber plötzlich ist es einfach zu spät.

Deshalb mein Apell, rechtzeitig und mit Weitsicht planen. Weitsicht bedeutet dabei nicht weit Sehen, sondern weit Denken.

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